Programmoberfläche in SPSS

Die Programmoberfläche von SPSS hat mehrere Ansichten und Fenster, die zu Beginn etwas unübersichtlich wirken können. In dieser Anleitung werden einzelne Elemente und Ihre Funktionen so kurz wie möglich erklärt.

Die Datenansicht

In der Datenansicht (Data Editor) sind die Daten der Erhebung sichtbar. In der „Datenansicht“ („Dataview“). Ähnlich wie in Excel sehen wir Überschriften für jede Spalte im Datensatz (a). In der Regel gilt, dass jede Spalte eine Variable ist, die eine eindeutige Bezeichnung hat. Im oberen Bereich des Fensters sehen wir ein Menü, dass mehrere Kategorien von Funktionen beinhaltet. Für statistische Analyse ist die Option „Analyse“ oder „Analyze“ besonders wichtig (b). Direkt darunter befinden sich Symbole, die eine Abkürzung für häufige Befehle darstellen. Im Zentrum befindet sich die Tabelle mit dem Datensatz. Jede einzelne Zeile ist in der Regel ein Proband bzw. ein Beobachtungsfall („Case“).

Weiter unten befindet sich ein weiterer Reiter, der die Variablenansicht („Variable View“) darstellt. Was es mit dieser Ansicht aufisich hat, sehen wir im nächsten Kapitel.

In der Datenansicht können Werte direkt eingetragen werden. Es lassen sich Werte auch direkt in dieser Ansicht ändern oder löschen. Bei größeren Datenmengen wird empfohlen, die Werte nicht händisch in die Tabelle einzutragen, sondern als Datensatz in SPSS zu importieren. Viele Umfrageprogramme bieten diese Funktion an.

Die Variablenansicht

Die Variablenansicht beinhaltet die gleichen Daten. Es handelt sich um eine andere Darstellung. Im Zentrum befindet sich erneut eine Tabelle, bei der jede Zeile eine Variable darstellt. Eine große Stärke von SPSS ist die detaillierte Erfassung von Variableneigenschaften. In jeder Spalte werden bestimmte Eigenschaften aufgelistet. Dazu gehört der Name der Variable, Label (Angezeigter Name bei den Ergebnissen), die Anzahl der Dezimalstellen und ganz wichtig: der Typ. SPSS unterscheidet, ob die Variable aus Zahlen besteht (Alter) oder beliebigen Zeichenfolgen (E-Mail-Adresse).

SPSS erlaubt es, direkte Änderungen an der Variable vorzunehmen. So kann beispielsweise mit einem Klick auf das entsprechende Feld der Variablentyp angepasst werden. Hierzu wird der blaue Knopf mit den drei Punkten angeklickt.

Es erscheint ein Dialogfenster mit mehreren Optionen. Hier wählen wir einen der verfügbaren Variablentypen aus. Eine Stringvariable („String“) lässt so gut wie alle eingegebenen Werte zu, was eine spätere Berechnung stark einschränken kann. „Numeric“ lasst nur Zahlenfolgen zu, wohingegen „Restricted Numeric“ führende Nullen akzeptiert, die beispielsweise bei einer Postleitzahl oder Telefonnummer vorkommen können. Beachte, dass spätere Rechenoperationen bestimmte Datentypen voraussetzen werden. Deshalb ist es wichtig, sich mit den Eigenschaften der Variablen genau auseinanderzusetzen.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten sind die zulässigen Werte einer Variable. Bei dem Einsatz von bestimmten Skalen (von 1 bis 5) ist damit zu rechnen, dass nur 5 mögliche Antworten zutreffen werden. In SPSS lassen sich den einzelnen Werten (Value) eine Bezeichnung zuordnen (Label). Das ist sinnvoll, um nicht die Übersicht zu verlieren und die Bedeutung von den Stufen innerhalb einer Skalen nicht zu verwechseln, was in der Praxis zu häufig passiert. Um diese Einstellung vorzunnehmen, klicken wir auf das entsprechende Feld und öffnen mit einem weiteren Klick auf den blauen Knopf ein Dialogfenster.

Im Feld Value wird der Wert eingetragen und dazu eine passende Bezeichnung im unteren Feld „Label“. Anschließend folgt ein Klick auf „Hinzufügen“ oder „Add“, um im nächsten Schritt den nächsten Wert einzutragen. Die gesamten Eingaben werden mit einem Klick auf OK bestätigt.

Syntax

Ein weiteres Fenster von SPSS ist die sogenannte Syntax. SPSS ist dafür bekannt, besonders einfach bedienbar zu sein und dem Nutzer bei der Eingabe zu unterstützen. Anfänger verwenden zu Beginn diese Hilfestellungen die sich im Menü (a) bei Analysieren befinden. Im Hintergrund arbeitet SPSS wie alle anderen Programme auch mit konkreten Befehlen, die bestimmte Aktionen ausführen. In der Syntax lassen sich diese Befehle direkt eingeben. Darunter befindet sich die Symbole für die schnellere Navigation (b), der grüne Pfeil wird gleich wichtig sein, weil diese Schaltfläche die eingegebenen Befehle ausführt. Im zentralen Feld in der Mitte werden die einzelnen Befehle eingegeben (c). Weiter links werden im Rahmen alle Zeilen durchnummeriert, um den Code besser überblicken zu können.

Der Code selbst kann manuell eingegeben werden oder anhand der Dialogboxen von SPSS in die Syntax eingefügt werden. Es stellt sich die Frage, warum eine Syntax überhaupt benötigt wird. Die Antwort ist relativ simpel: weil es schneller geht und die Berechnungen nachvollziehbar sein sollen. Vor allem, bei größeren Auswertungen empfiehlt es sich, mit der Syntax zu arbeiten und dort gleichzeitig jeden einzelnen Rechenschritt zu dokumentieren. So lassen sich die Berechnungen im Nachhinein mit wenig Aufwand erneut durchführen. Das ist sehr praktisch, wenn sich Werte im Datensatz ändern oder Du Dir ansehen willst, welche Auswirkungen das Herausfiltern von extremen Werten (Ausreißern) auf Deinen Datensatz hat.

Um die Syntax zu starten wird der grüne Knopf (b) gedrückt. Achte darauf, dass die Eingaben der Befehle und der Variablennamen absolut fehlerlos ist. SPSS ist hier sehr empfindlich und verzeiht keine Tippfehler.

Für eine bessere Übersicht können in die Syntax Kommentare eingefügt werden. Kommentare lassen sich vom Nutzer lesen und werden vom System ignoriert. Ein Kommentar in SPSS beginnt mit dem „*“ Symbol und wird als hellgrauer Text dargestellt. Ein Kommentar wird mit einem Punkt beendet.

Ergebnisansicht

In der Ergebnisansicht wird die Ergebnisse der durchgeführten Berechnungen dargestellt. Oben befindet sich das Menü mit den allen SPSS Befehlen (a). Im Zentrum befinden sich die einzelnen Ergebnisse, die in der Regel mit einer Überschrift beginnen und anschließend Auswertungen in Tabellenform darstellen. Welche Berechnungen durchgeführt werden, hängt davon ab, was vorab ausgewählt wurde. Nutzer können diesen Bereich bearbeiten: Überschriften können präzisiert werden oder bestimmte Notizen hinzugefügt werden.

Um die Übersicht zu währen, befindet sich in SPSS auf der linken Seite (c) ein Verzeichnis mit allen Berechnungen wieder.

In der Ergebnisansicht beginnt die Interpretation der Ergebnisse. In den zahlreichen SPSS Anleitungen auf statistichero.com werden wir diesen Teil sehr intensiv betrachten.

Abschließend können die Ergebnisse gespeichert werden: beispielsweise als PDF-Format, um diese als E-Mail zu versenden. Speichere Dir am besten immer die Syntax und den Datensatz dazu. So kannst Du alle Ergebnisse im Nachhinein reproduzieren.