Das richtige Forschungsdesign

Forschen heißt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu begehen, weshalb das Ziel der Forschung stets ein konkreter Erkenntnisgewinn ist. Wir werfen Fragestellungen um die Zusammenhänge und logischen Strukturen zu ergründen. Die wissenschaftliche Methodik sieht in der Regel prüfbare HypothesenHypothese Eine Hypothese ist eine vorläufige Annahme über einen Zusammenhang oder ein Phänomen, die aufgrund von Beobachtungen oder vorherigen Erkenntnissen gemacht wird und überprüft werden kann, indem sie durch Forschung oder Experimente gestützt oder widerlegt wird. als Kern des Forschungsvorhabens in Gebieten, die einen Mangel an Wissen haben, widersprüchlich oder (bisher) unerklärbar sind. Empirische Forschung kann deshalb wie folgt ablaufen:

Zunächst wird eine Theorie aus dem bisherigen Kenntnisstand gebildet. Quellen können hierbei die Werke anderer(wissenschaftlicher) Experten sein, die eigene Intuition und der Grundsatz der Logik. Daraus werden die zu untersuchenden Fragestellungen formuliert. „Je größer die Anzahl der Störche in einer Stadt ist, desto mehr Kinder werden geboren“ könnte eine HypotheseHypothese Eine Hypothese ist eine vorläufige Annahme über einen Zusammenhang oder ein Phänomen, die aufgrund von Beobachtungen oder vorherigen Erkenntnissen gemacht wird und überprüft werden kann, indem sie durch Forschung oder Experimente gestützt oder widerlegt wird. sein. Jetzt gilt es festzulegen, wie die Hypothese getestet werden kann. Dies kann durch Methodiken wie der Befragung, Beobachtung, Messung oder Vergleich von Untersuchungsfällen sein. Wichtig sind hierbei die Begriffsdefinition und die genaue Formulierung was gemessen wird und wie der Sachverhalt überhaupt messbar wird. Ein Intelligenztest misst das Konstrukt Intelligenz, bzw. was der Test annimmt messen zu können. Nicht alle Messungen messen tatsächlich das, was sie Messen sollen. Aus diesem Grund muss bei der Begriffsdefinition besonders darauf geachtet werden, die Begriffe eindeutig, objektiv und widerspruchsfrei interpretiert wird.

Nachdem die Theorie, Forschungsfragen und Methodik gewählt ist, legen wir die Variablen fest. Dieser Punkt steht nicht grundlos im Zentrum der oberen Grafik. Die Festlegung der Variablen hängt stark von der vorherigen Methodik ab (was und wie kann ich messen) und zementiert die Bandbreite unserer späteren Analyse. Gerade dieser Punkt wird in der Forschung häufig unterschätzt, was nicht selten mit Sätzen wie „hätte ich vor der Untersuchung doch lieber diese Frage so gestellt“ endet. Aus diesem Grund tauchen wir in diesem Kapitel etwas intensiver in diese Thematik ein. Variablen sind da, um Hypothesen zu testen. Wir gehen davon aus, dass die Werte zwischen den Untersuchungseinheiten variieren. Die Litermenge an Wein, die ein Winzer aus einem Hektarland ziehen kann, oder der IQ als Variablen zwischen einzelnen Menschen.  Im Grunde lassen sich abhängige und unabhängige Variablen innerhalb einer Hypothese unterscheiden: abhängige und unabhängige Variablen; oder Ursache und Wirkung. Für die Untersuchung der Hypothese „Je mehr Döner ein Mensch ist, desto höher steigt sein Gewicht“, werden zwei Variablen gemessen: die Anzahl der Döner (1,2,3, etc.) und das jeweilige Körpergewicht eines Probanden (85 kg, 87 kg, 88 kg, etc.).

Eine unabhängige Variable ist unabhängig, weil ihre gemessenen Werte nicht von anderen Variablen abhängig sind. In unserem Fall ist die Menge an gegessenen Dönern vom Versuchsdesign bestimmt und variiert nicht durch andere Variablen. Im Gegensatz zu dem gemessenen Gewicht, dass die Folge des Dönerkonsums darstellt und laut unserer Hypothese von der Anzahl der gegessenen Döner abhängig ist. Die Ursache ist der Döner und die Wirkung das gemessene Körpergewicht. In klassischen Testdesign werden verschiedene Mengen an Dönern getestet wie: Testgruppe 1 ist jeden Tag Döner, Testgruppe 2 ist jede Woche maximal einen Döner und Testgruppe 3 verzichtet komplett auf die türkische Delikatesse. In diesem Versuch wird das Gewicht jedes Probanden einer Testgruppe vor und nach dem Testzeitraum getestet und die durchschnittliche Gewichtsveränderung zwischen den Gruppen in der statistischen Auswertung verglichen.

[box color=“lgrey“] Zwischenaufgabe: Mache dir Gedanken wie die Dönerhypothese mit einem anderen Testdesign gestet werden könnte.[/box]

Über mich: Dr. Peter Merdian

Experte für Neuromarketing und Data Science

Hi, ich bin Peter Merdian und Statistic Hero ist mein Herzensprojekt um Menschen zu helfen, einen einfachen Einstieg in die Statistik zu finden. Ich hoffe, dir gefallen die Anleitungen und du findest nützliche Informationen! Ich selbst habe in Neuromarketing promoviert und liebe datengetriebene Analysen. Vor allem mit komplexen Zahlen. Ich kenne aus eigener Erfahrung all die Probleme, die man als Student im Studium hat. Aus diesem Grund sind dieAnleitungen möglichst praxisorientiert und einfach gehalten. Fühl dich frei, mit deinen eigenen Datensätzen die Anleitungen zu nutzen und spannende Ergebnisse zu berechnen. Ich wünsche dir Erfolg in deinem Studium, deiner Forschung oder auf der Arbeit.
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